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Moritz Hartges

Moritz Hartges

ist Projektmanager und vor allem für die strategische Projektplanung und Beratung zuständig. Im Bereich Projektmanagement widmet er sich besonders der Prozessoptimierung und der Effizienzsteigerung. Als Technik-Geek und Onlinemensch liebt er aber auch die Offline-Welt und würde ein leckeres Essen niemals ablehnen.



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Von Moritz Hartges 9. Oktober 2015
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„Welche Farbe ist das…?“ so tönt es mir entgegen, als ich das erste Mal über Be My Eyes eine Anfrage entgegennehme.

Be My Eyes ist eine App, die sehbehinderten Menschen ermöglicht via Smartphonekamera Hilfe von einem Sehenden anzufragen.

Gelesen habe ich von der App in einem Techblog, vor ca. drei Wochen. Begeistert von der Idee habe ich sie direkt installiert und mich in dem entsprechenden Netzwerk registriert. Das Ganze schon fast vergessend, erschreckte mich ein paar Tage später ein unbekannter Handy-Klingelton in unserer Wohnung. Da war sie, die erste Anfrage von Be My Eyes. Die Verbindung baute sich auf und meine Gedanken kreisten um die Fragen: Was soll ich sagen? Sehe ich den Anrufer? Sieht er mich? Womit kann ich wohl helfen?*

Plötzlich stand die Verbindung.
Der Anrufer meldete sich mit einem ganz selbstverständlichen Ton: „Grüße dich, welche Farbe ist das?“
Ich antwortete: „Hellblau.“
Der fremde Anrufer bedankte sich: „Alles klar, danke, tschüß!“
Und die Verbindung war getrennt.

Aufgeregt erzählte ich meiner Familie von meiner neuen Erfahrung und meiner großen Begeisterung darüber, wie einfach wertvolle Hilfestellung geleistet werden kann.

Einige Tage später erreichte mich die nächste Anfrage. Diesmal saß ich im Büro als ein Piepston eine Nachricht auf meinem Handy ankündigt: Die Anfrage wurde bereits von einem anderen Teilnehmer beantwortet. „Prima“, denke ich, „es machen also noch mehr Menschen mit und es ist kein Problem, auf eine Anfrage mal nicht antworten zu können.“ Ich erzählte meinen Kollegen von der App und der tollen Idee. Die Teilnahme war sehr positiv, einer meinte lachend: „Das ist ja endlich mal was Gutes mit der Technik“. Stimmt.

Auch ich finde es stark, dass die Technik, die in unserem Leben mittlerweile zum Standard gehört, genutzt wird, um zu helfen. Die Antwort auf eine Anfrage in Be My Eyes bedarf höchstens einer Minute und das Gefühl, jemandem wirklich geholfen zu haben ist so viel größer. Mir als Technikfreak gefällt dabei besonders, dass unser technischer Fortschritt nicht einfach nur etwas „Praktisches“ schafft, sondern es Anwendungsfälle gibt, in denen diese Entwicklung tatsächlich echte Hilfe von Mensch zu Mensch leistet.

Eine tolle Idee von den Machern. Deshalb ist mein Appell an euch alle: Macht mit und erzählt es weiter!

Die App gibt es bisher leider nur für iOS: https://itunes.apple.com/de/app/be-my-eyes-helping-blind-see/id905177575?mt=8
Mehr Infos zum Projekt gibt es auf der Homepage: http://www.bemyeyes.org

* Was soll ich sagen? – Einfach „Hallo“.
Sehe ich den Anrufer? – Nein, er hält seine Kamera ja auf eine Sache.
Sieht er mich? – Nein, meine Kamera ist nicht an und ich spreche mit einem Blinden, was mir erst jetzt beim Aufschreiben klar wird.
Womit kann ich wohl helfen? – Diesmal die Farbe. Mal sehen, was es beim nächsten Mal sein wird.

Kommentare
2
  • Stefan Häfele

    Stefan Häfele

    09.10.2015, 18:01 Uhr

    Super Idee.

    Ich frag mich nur, warum der in der Regel ja viel hilfsbereitere Android-User mal wieder ausgeklammert wird!

  • Freddy

    12.01.2016, 11:31 Uhr

    Das liegt wohl an den Apple-Jüngern, die es wohl auch in der App-Entwicklung gibt -_-

    Oder aber das App befindet sich einfach noch im Anfangsstadium. Da kommt es öfter vor, dass es erstmal nur für ein Betreibssystem etnwickelt wird.

    Anyway… coole Sache. Würde ich ausprobieren, wenn das App nicht mein komplettes Smartphone ausspionieren möchte.

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