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Erdan Genc

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sorgt als Frontend-Entwickler bei re-lounge für eine schöne und intuitive User Experience und erkundet wagemutig das Neuland rund um die responsive E-Mail. Neben einer ausgereiften Obsession für das Internet allgemein obliegt er privat weiteren Leidenschaften für elektronische Beats um die 120 bpm, dem Kino, der Fotografie und natürlich Katzen-Gifs.

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Von Erdan Genc 7. März 2014
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Der Alltag in einer Digitalagentur – das ist kaum mit einer anderen Arbeit zu vergleichen. Denn er steckt voller Adrenalin, hat unzählige Höhen und Tiefen und ist extrem abwechslungsreich. Für die meisten von uns, die hier arbeiten, ist dieser Alltag das alles wert. Warum, das ist schwer zu erklären. Aber trotzdem versuche ich es heute mal. Ein Tag bei re-lounge!

Es ist kurz nach 8 Uhr, ich bin hier im schönen Freiburg und es wird Zeit, die Snooze Taste meines Weckers in Ruhe zu lassen und in den Tag zu starten. Schnell die Morgenroutine hinter mich gebracht, schwinge ich mich aufs Radl und düse los: die Dreisam entlang Richtung Wiehre in die Brombergstraße, seit nun schon über zwei Jahre neuer Standort unserer schönen Agentur.

Unser Abenteuerspielplatz

Ein Schritt durch die Tür und ich bin endlich wieder in der locker loftigen Atmosphäre, die mit der Musik von Radio Paradise akustisch gefüllt wird. Zufrieden blicke ich in den großen Raum, gespickt mit limetten-grünen Akzenten, re-lounge-grün – Corporate Identity und so.

Freundlich begrüße ich die bereits in die Arbeit vertieften Arbeitskollegen. Hier ein Nicken, da ein nettes „Guten Morgen“. Zumindest gehe ich anhand der Mundbewegungen davon aus. Ich höre nichts, weil ich noch laut Musik auf den Ohren habe.

re-lounge

Erstmal den Rechner hochfahren und die sommerliche Biker-Kluft ablegen. Im Winter kann es schon auch mal kalt werden, aber die Freiburger Sommer sind lang und warm.  Während meine Dell-Optiplex-Höllenmaschine gerade auf Touren kommt, begebe ich mich zur Kaffeemaschine.

Das flüssige Gold tröpfelt in meine Tasse und Andi belehrt mich, warum mein letzter Comunio-Kauf total daneben war: Ribery wird diese Saison nicht mehr fit. So wird das nichts mit der internen Agentur-Meisterschale. Meine Position auf der Tabelle treibt mir fast Tränen in die Augen …

club_mate

Okidoki, Rechner ist hochgefahren, erstmal Outlook und Chrome starten, Redmine aufrufen und einen analogen Blick in den Moleskine werfen, um zu schauen was so ansteht. Oh, der Toggl-Timer läuft mal wieder noch, wie praktisch. Max und ich arbeiten gerade zusammen an den Templates für die neue Seite der –BEEP–. Wir sind Frontend Developer; poetisch gesprochen hauchen wir dem Design Leben ein und sorgen für eine schöne UX (User Experience). Möglichst auf allen Devices und Browsern, die da so im Web rumtingeln. Die restlichen Programme werden gestartet: Sublime, SourceTree, Photoshop und natürlich Spotify, was wäre die Arbeit schon ohne Musik? Über die Konsole lasse ich all die schönen Skripte loslaufen, die wir im Team über Jahre entwickelt haben. Sie erleichtern uns das Leben als Webentwickler enorm, indem sie zum Beispiel Code automatisch compilieren und die Preview im Browser refreshen. Ein dankbarer Gruß geht hier raus an all die fancy Hipster-Frontend-Tools und -Frameworks, mit ihren schicken Websites, die uns täglich den Spagat zwischen IE8 und Chrome, Android und iOS, und nicht zu vergessen den Emailtemplates erleichtern. Nichts schmeckt besser als ein kühler Schluck Club Mate während automatisierte Tools Dinge tun, die den Entwickler früher Stunden gekostet haben.

Mein Name ist Code und ich bin dein Gott

Das Konstrukt der Seite steht, alle Elemente sind vorhanden, nun geht es an die Feinheiten. Ähnlich wie bei einem Bildhauer: erst die grobe Struktur aus dem Stein schlagen, dann nach und nach die Figur ausarbeiten. Der Teufel steckt im Detail! Wieder und wieder wird der Code compiliert, bis auch das letzte Pixel sitzt und jeder Farbverlauf dem Design gerecht wird. Sonst hagelt es doch nur wieder Tickets bei der Pixel-Qualitätssicherung, den Augen unserer Designerin Steffi entgeht da zum Glück leider nichts.

coding

Dazu kommen das responsive Verhalten, die interaktiven Elemente und natürlich die Crossbrowserkompatibilität. Bei letzterem gehen Grüße an den Internet Explorer: ohne dich hätten sehr viele Frontendentwicker sehr viel weniger zu tun.

Endlich passt der Footer und schmiegt sich perfekt an jeden Browser, jedes Gerät und jeden ViewPort an. Lächelnd stehe ich auf und begebe mich in den Meetingraum, denn es ist Donnerstag und donnerstags ist das Entwicklermeeting.

Zeit für uns Entwickler, Zeit um Optimierungsmaßnahmen und neue Trends zu besprechen, Zeit für dumme, nerdige Witze, über die außerhalb dieser Gruppe wohl kaum jemand lachen würde. Wir sind alle einer Meinung, es wird mal wieder Zeit für einen Entwicklerworkshop, ein Tag ohne Projekte, Tickets, Kunden und Meetings, ein Tag, um uns auf unser Metier zu konzentrieren, neue Technologien zu erkunden und damit unsere Workflows weiter zu entwickeln.

Noch ein paar Bugfixes hinterher jagen und schon ist Mittag, Dominik war heute dran mit kochen. Einmal pro Woche kocht einer von uns für den Rest der Truppe, also der internen Kochgruppe. Hat sich irgendwie so ergeben, ziemlich cool wie ich finde.

Heute auf dem Speiseplan: Bayrische Brotzeit.

„Noch was Süßes?”, weit über die Wiehre hinaus bekannt ist der Bäcker Bühler, der mit seinen extravaganten Kompositionen auch das ein oder andere Schleckermäulchen in unserer Agentur zufrieden stellt. Nach einem gefühlten Kilo selbstgemachten Obatzer ist mir aber nicht gerade nach einem Stück Kuchen, lieber nach etwas Sport, Fußball, also Tischfußball – kickern!

Bäckerei Bühler

Das Herz unserer Agentur: der Tischkicker

Der Kickertisch hat unsere Agentur in zwei Lager gespalten: die Seite, welche sich Tag für Tag dem unerbittlichen Kampf um Ruhm und Ehre stellt und die andere Seite, welche dieses Schauspiel verständnislos belächelt. Eins ist klar: am Kicker wird mit harten Bandagen gekämpft, feinster Trashtalk und kleine Psychospiele mit dem Ball sind im Kampf um die Vormachtstellung in unserer Bestenliste an der Tagesordnung. Dabei kann es auch mal lauter werden, doch bei all der Dramatik steht immer der freundschaftliche Spaß im Vordergrund.

kicker

Zurück geht’s an den Rechner, eine voluminöse Offcanvas-Navigation stellt mich vor eine echte Herausforderung und frustriert mich etwas, weshalb ich Simon und Ina um Rat frage. Gemeinsam analysieren wir das Problem und finden gleich ein paar Lösungsvorschläge, die mir weiterhelfen. In der Entwicklung ist es wichtig, sich gegenseitig auszutauschen und abzusprechen. Wenn mehrere Entwickler an einem Projekt arbeiten, ist es am besten, sich erstmal gemeinsam hinzusetzen, das Design der Website in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen, sich zu einigen, welche Teile modular/wiederverwendbar programmiert werden können und die Schnittstellen auszuhandeln, um dann die Arbeit zu verteilen. Es ist diese Kommunikation, die die Arbeit bei re-lounge so angenehm macht. Wir brauchen kein Blatt vor den Mund zu nehmen und müssen keine Angst haben, unsere Meinung zu sagen oder nach Hilfe zu fragen.

Wir programmieren nicht, weil wir dafür bezahlt werden, wir programmieren weil wir es lieben

„Bunte Buchstaben in den Computer tippen, das ist unser Job”, hat Max mal gesagt. In den nächsten paar Stunden bin ich im Tunnel und dabei bin ich nicht der Einzige. Ab dem frühen Nachmittag herrscht oft ein emsiges Klima in der Agentur, „time to get shit done” könnte man sagen. Zwischendrin mal kurz die Glieder strecken, nochmal Kaffee holen, dann existieren wieder nur die bunten Buchstaben und ich. Die Zeit vergeht wie im Flug und am Ende des Tages steht die Navigation. Stolz wie Oskar präsentiere ich den anderen das Ergebnis und erkläre ihnen, wie elegant ich das Problem lösen konnte.

Der Arbeitstag geht zu Ende und ich versetze meinen Rechner in den Ruhemodus. Chris und ich wollen noch zusammen ein Bier trinken gehen und fragen wer mit will. Ein paar der Entwickler winken ab, sie treffen sich später noch online und tüfteln gemeinsam an ihrer Minecraft Welt. „Wohl noch nicht genug von Computern für heute”, sage ich während wir die Agentur verlassen.

minecraft

Später liege ich im Bett, lasse den Tag Revue passieren und schüttle mich etwas beim Gedanken an den Wecker. Aber insgeheim freue ich mich schon auf den nächsten Tag bei re-lounge.

Kommentare
2
  • Moritz Hartges

    Moritz

    14.07.2016, 14:18 Uhr

    Danke, Erdan, für diese erfrischende Schilderung des Arbeitens hier 🙂

  • Melanie

    27.07.2016, 20:47 Uhr

    Sehr schöne Erinnerungen 🙂

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