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Stefan Häfele

Stefan Häfele

ist Geschäftsführer der re-lounge GmbH und Verfechter von SEO mittels Ausrichtung auf den echten User statt der Optimierung für einen Google-Bot. Stefan ist Experte für Intranet- und Onlinestrategien, Enterprise Content Management und verantwortlich für die Etablierung von Prozessen, die gelebt werden. Der Familienmensch Stefan findet Ausgleich beim Fachsimpeln über optimale Trainingsmethoden im Fitnessstudio oder er saugt die Mediatheken von Audible und Kindle leer. Auf Snapchat ist Stefan als Hempfele zu finden.

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Stefan Häfele
Von Stefan Häfele 13. April 2016
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Snapchat? Klar, kenn‘ ich! Unsere Schülerpraktikantin hat darüber einen Impulsvortrag gehalten.

(In Wirklichkeit kenn‘ ich’s aber auch nur vom Hören-Sagen. Meinen Kindern sende ich E-Mails, weil ich nicht möchte, dass sie von WhatsApp verdorben werden. Und privat gehe ich lieber laufen oder spielen mit den Kleinen anstatt Wegwerf-Bildchen zu verschicken).
Gestern hab ich Snapchat dann tatsächlich auch installiert.

Installation

Nach der Installation und einer tatsächlich sehr einfachen Anmeldung bestätigt sich mein Eindruck:

Ich habe ein fotofokussiertes und unübersichtliches Interface vor mir, bei dem ich gar nicht weiß, wo was ist. Ich suche mehrere Minuten lang die Chatübersicht, bis ich schließlich einsehe, dass es diese – so wie ich sie erwarte – ganz bewusst nicht zu geben scheint.

Von meinen privaten Kontakten tauchen nach dem Import der Kontaktdaten nur eine Hand voll in Snapchat auf. Scheint nichts so verbreitet zu sein unter allen meinen Mitt-Dreißigern.

Also schnell noch einige Kollegen mobilisiert (=genötigt), sich das Ganze auch zu installieren, damit ich ein bisschen spielen kann.

Erste Erfahrungen

Und dann kam die Ernüchterung: Es ist – obwohl es mir im Vorfeld hätte klar sein müssen – tatsächlich so, dass ein versendetes Snap-Bild nur drei Sekunden sichtbar ist und dann unwiderruflich verschwindet.

Halt! Was war da nochmal genau drauf? Ich will’s nochmal sehen!

– Keine Chance. Das Ding is weg.

Wie absurd!

Da hilft es auch nur bedingt, dass man die Anzeigezeit eines Snaps von 3 auf 10 Sekunden erhöhen kann.

Damit war’s das dann. So ein Müll!

Könnte man denken. Und in der Tat hab ich die App auch gleich wieder weggelegt…

Ein wundersamer Wandel

Aber was passiert da heute morgen plötzlich im Auto auf dem Weg in die Agentur?
Ich verspüre plötzlich den Drang einem guten alten Freund in Berlin (der benutzt Snapchat) die kurze Nachricht zu schicken, dass ich mir die CD einer Band gekauft hab, zu der er vor Monaten einmal etwas auf Facebook gepostet hat.

Nur ein Bild von der CD. Kein großer Text. Kein blabla. Nur die kurze Info, dass ich an ihn gedacht habe und dass mir die CD super gut gefällt. Keine Diskussion, warum. Noch nicht mal auf eine Reaktion hoffend. Einfach nur eine kurze Notification. Etwas wie ein Ping mit Bild. Einfach nur ein … ja das passt wohl perfekt…

… ein Snap!

Was ist da in mir passiert?

Ich glaube es ist folgendes:

Überall im Leben ist alles strukturiert und geordnet.
Überall im Job muss alles übersichtlich, verbindlich und vor allem vollständig dokumentiert sein.
Die Informationen müssen auf allen Kanälen jederzeit verfügbar sein.

Snapchat ist genau das Gegenteil: Locker, unverbindlich und für den Moment. Für das Jetzt.
Eigentlich eine schöne Idee in einer Zeit in der das Morgen und das Gestern viel zu viel Gewicht haben.

Weiterführendes

Ein schönes weiterführendes Video darüber, dass Snapchat regelrecht philosophische Ausmaße annimmt, gibt es dazu von Mashable.

Lebt ihr auch schon im Jetzt oder dokumentiert ihr noch immer das Gestern für Morgen?

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