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Oliver Schmitt

Oliver Schmitt

ist Geschäftsführer und Gründer der re-lounge GmbH und lebt das Web seit dem Beginn seines Medieninformatikstudiums Mitte der 90er Jahre. Bei re-lounge ist er u.a. für die Strategieberatung der Kunden verantwortlich. Seine Schwerpunkte sind Digitale Trends, Mobile, E-Mail-Marketing, Social Media und Content Management, zu denen er auch als Referent aktiv ist. Oliver twittert unter @oliverschmitt. Privat liebt er neben seiner Familie gute Musik und echte Bücher.



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Von Oliver Schmitt 23. März 2012
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Apps haben seit Einführung des Apple iPhone einen unglaublichen Boom erfahren. Gerade hat Apple über seinen iTunes App Store fantastische 25 Milliarden App-Downloads erreicht.

App ist nicht gleich App

Wenn von Apps die Rede ist, dann ist zwischen nativen Apps, Web Apps und Mischformen zu unterscheiden. Die Begrifflichkeiten sind vielfältig und werden leider nicht immer einheitlich verwandt.

Web Apps

Bei Web Apps handelt es sich eigentlich um mobile Websites, die ich in der letzten Folgezum Thema „Die mobile Website“ vorgestellt habe. Ausführung und Darstellung erfolgen komplett im Browser. Eine Installation ist somit nicht notwendig und als reine Web App auch nicht möglich. Über die Lesezeichenfunktion kann eine Web App üblicherweise auch auf dem Start-Bildschirm platziert werden und fühlt sich – entsprechend entwickelt und optimiert – auch wie eine native App an. Um die typischen App-Benutzeroberflächen und die Benutzersteuerung (Touch und Wischen) auch in Web Apps zu nutzen, werden meist spezielle Frameworks für die GUI (Benutzeroberfläche) eingesetzt. Populäre Beispiele sind Sencha Touch oder jQuery Mobile. Für die Nutzung von Web Apps ist meist eine Online-Verbindung notwendig.

Native Apps

Native Apps werden als eigene Programme auf den jeweiligen Zielplattformen wie iOS, Android, WindowsPhone oder BlackBerry OS installiert. Die Distribution erfolgt meist über einen speziellen Marktplatz. Bekannte Vertreter sind Apple iTunes App Store, Google Play (ehemals Android Market), Windows Phone Marketplace oder BlackBerry App World. Entscheidender Vorteil von nativen Apps ist, dass sie die volle Performance nutzen und nahezu komplett auf die Hardware zugreifen können. So sind auch Schnittstellen über Bluetooth oder Gyroskopfunktionen (Bewegung und Neigung des Geräts) möglich. Der direkte Hardwarezugriff macht native Apps sehr schnell und ist deshalb für manchen Einsatzzweck genau die richtige Wahl.

Soll eine App für verschiedene Plattformen bereitgestellt werden, dann ist die Entwicklung eigener Apps für jede Plattform sehr aufwändig und kostenintensiv. Abhilfe schafft die Multiplattform-Entwicklung mit Hilfe spezieller Mobile Frameworks.

Hybride Apps mit Mobile Frameworks

Standen früher verschiedene hardwarenahe Funktionen wie Kamera, Geschwindigkeitssensoren oder Kompass nur wirklich nativen Apps zur Verfügung, so hat sich dies inzwischen durch Mobile Frameworks wie PhoneGapTitanium Mobile oderCorona entscheidend geändert.

Damit wird es nun möglich, Mischformen zwischen nativer App und Web App zu schaffen. Oftmals werden diese Apps als „hybride Apps“ bezeichnet.

Die Mobile Frameworks realisieren dabei eine eigene Schicht zwischen der Zielplattform und dem App-Code. Ein Code kann so auf verschiedene Plattformen deployed werden. Möglich macht dies der Einsatz von Standardwebtechnologien wie HTML5 und JavaScript. Damit die Benutzung ähnlich nutzerfreundlich und einfach wie bei nativen Apps ist, kommen wie bei Web Apps auch hier GUI-Frameworks wie Sencha Touch oderjQuery Mobile zum Einsatz. Die Performance einer nativen App kann damit allerdings nicht erreicht werden.

Auch Mobile-Commerce, Offline-Modus, Fotos und Videos oder der Einsatz von Augmented Reality sind nicht mehr nur nativen Apps vorbehalten, sondern sind auch in hybriden Apps möglich.

Content is King

Soviel zum Medium „Technik“. Denn der eigentliche Schlüssel zum Erfolg sind die Inhalte, die via App transportiert werden. Wie eingangs schon erwähnt, werden wir regelrecht von Apps überflutet. Deshalb müssen Sie im Rahmen Ihrer mobilen Strategie prüfen, welchen Nutzen und welche Relevanz eine App bei Ihrer Zielgruppe erreichen kann. Zwar sind nach wie vor reine Fun- und Spiele-Apps sehr beliebt, die Nutzer legen aber inzwischen einen gesteigerten Wert auf funktionale Apps mit echtem Mehrwert. So erfreuen sich auch Produktiv-Apps einer zunehmenden Beliebtheit.

Lässt sich ein Mehrwert mit direktem Bezug zu Ihren Produkten und Dienstleistungen erzielen, dann hat eine App die ideale Voraussetzung durch häufigen Einsatz die Kundenbindung sowie Ihre Marke und Präsenz zu stärken. Verzichten Sie also auf Apps, die keinen Wert für Ihre Zielgruppe besitzen.

Beliebt ist der Einsatz von Apps für Zeitschriften, Kundenmagazine oder Kataloge – meist in Form einer Kioskanwendung, die ein flexibles Publishing ermöglicht. (Hierzu gibt es übrigens auch eine sehr smarte Lösung von re-lounge. Interessiert? Dann kommen Sie auf uns zu.)

Auch für den Außendienst oder für Messeauftritte lassen sich äußerst sinnvolle und produktive App-Szenarios entwickeln, die neben der Aufmerksamkeit beim Rezipienten auch den Spaß beim Vertrieb wecken.

Geht es darum Informationsangebote oder den E-Shop auf mobile Endgeräte zu bringen, dann ist es meist sinnvoller dies über eine mobile Website als über eine Web App zu realisieren.

Distribution

Die Distribution Ihrer App ist wohl zu überlegen. So verlangen beispielsweise der iTunes App Store, Google Play und der Windows Phone Marketplace 30 Prozent Transaktionsgebühren für den Verkauf von kostenpflichtigen Apps über den jeweiligen Marktplatz. Auch für den sogenannten In App Purchase, also den Verkauf von digitalen Inhalten, Spiele-Leveln oder Softwareaktualisierungen für die App und direkt aus der App heraus, werden diese 30 Prozent fällig. Die Regeln sind relativ streng. So ist es nicht möglich eine „Jetzt kaufen“-Schaltfläche mit Ihrer Website zu verknüpfen und den eigentlichen Verkauf im Browser stattfinden zu lassen. In diesem Fall droht der Ausschluss aus dem jeweiligen Marktplatz.

Eine Lockerung hat es Mitte 2011 durch Apple gegeben. So können inzwischen auch Bezahlinhalte, die außerhalb des App Store erworben wurden, in Apps genutzt werden, die über den App Store vertrieben werden. Damit können nun auch im Kindle-Store gekaufte E-Books in der Kindle-App genutzt werden.

Doch für den Verkaufserlös in Höhe von 30 Prozent bieten die Marktplätze auch wichtige Vorteile. So sind die Reichweite und die Werbewirkung klare Argumente für die Distribution via Marktplatz. Ein weiterer Vorteil ist die Bezahlabwicklung, die meist komplett über den Marktplatz stattfindet. Außerdem werden die eingestellten Apps durch Apple und Microsoft vor Veröffentlichung zunächst einer Prüfung unterzogen.

Mobile Website oder App? Native App oder hybride App?

So einfach diese beiden Fragen auch erscheinen – die richtige Antwort ist höchst komplex und muss die Ziele, die Zielgruppe, die Nutzung und die Inhalte genau betrachten und prüfen. Wir helfen Ihnen gerne dabei.

In der nächsten Folge erwartet Sie das Thema „Mobile Kampagnen“. Seien Sie gespannt.

Teil1: Bedeutung von „Mobile“ für Ihr Unternehmen
Teil 2: Die mobile Website
Teil 3: Apps
Teil 4: Mobile Kampagnen
Teil 5: Mobiles E-Mail-Marketing

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