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Fabian Trinler

Fabian Trinler

war Frontend-Entwickler bei re-lounge und erwies sich mit seinem Gespür für neue Technologien, elegantes Coding und wortakrobatischer Twitter-Poesie als wichtiger Ideengeber unseres Teams. Sein Herz schlägt schneller für alle Geräte mit dem angebissenen Apfel, Musik und Pasta, Pesto, Parmesan.

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Fabian Trinler
Von Fabian Trinler 9. Oktober 2013
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Bereits zum zweiten Mal hat das in Freiburg ansässige und international in Expertenkreisen hoch angesehene Smashing Magazine zur Smashing Conference geladen: Eine zweitägige Konferenz am 09. und 10. September 2013 rund um Webdesign und Webentwicklung mit hochkarätigen Referenten und Szenegrößen wie beispielsweise Dan Mall, Tim Kadlec, Jason Santa Maria, Dan Rubin und Ethan Marcotte. Ging es im letzten Jahr noch vornehmlich um Responsive Webdesign (RWD) und die Notwendigkeit der zukunftsfreundlichen Websitegestaltung, standen in diesem Jahr die Herausforderungen, Stolpersteine und Fallstricke, die diese Technik birgt, im Mittelpunkt. Viele Webschaffende, so auch wir, konnten im vergangenen Jahr unsere eigenen praktischen Erfahrungen mit RWD sammeln und waren entsprechend voller Erwartung.

Don’t worry, be afraid!

Dan Mall wusste schon zu Beginn des ersten Tages das Publikum zu beruhigen/verunsichern: „Responsive Web Design is easy/hard! So don’t worry, be afraid!„. Dieser Titel seines Vortrags beschreibt die momentane Situation des Responsive Webdesign recht gut. Das Ziel ist einfach: Websites sind so umzusetzen, dass sie auch noch in mehreren Jahren auf unterschiedlichen Geräten gut aussehen und bedienbar sind. Für Agenturen und Freischaffende, die ihr Geld mit Gestaltung und Entwicklung von Websites verdienen, wirft diese „neue Einfachheit“ aber auch viele Fragen auf:

Kunden wurde bislang ein „So wird Ihre Website aussehen“-Design zu Abnahme gegeben. Das Endergebnis war meist ähnlich, oft mussten aber Kompromisse eingegangen werden und ältere Browser wurden manchmal ignoriert, manchmal toleriert. Die Anzahl der neuen Browser und internetfähigen Geräte ist inzwischen jedoch unüberschaubar hoch und nicht zuletzt deswegen ist der bisherige Prozess nicht mehr durchführbar. Einige Webdesigner haben im vergangenen Jahr gar gänzlich auf Werkzeuge wie Adobe Photoshop verzichtet und haben ihre Designs komplett im Browser (designing in the browser) vorgenommen. Dan Mall schlägt vor, Photoshop nach wie vor für Designs einzelner Elemente einzusetzen, dem Kunden aber das komplette Seitenlayout als Prototyp im Browser auszuliefern. Er geht sogar noch weiter und schlägt vor den Kunden so früh wie möglichen in den RWD-Prozess einzubinden und vorab schon Teilkomponenten der Seite im Browser zu präsentieren. Er nennt dies „deciding in the browser“. Man solle dem Kunden nicht zeigen wie die spätere Seite aussehe, sondern eher wie sie sich anfühle.

Bad Performance is bad business

Das Web ist dick und träge geworden. Laut Ethan Marcotte, dem Vater des responsiven Webdesigns, beträgt die durchschnittliche Seitengröße heute 1,5 MB. Im Jahr 2009 waren es gerade einmal 320 KB.

Viele Websites versuchen mit visuellen Effekten den Blick auf sich zu lenken. Die eigentlichen Informationen scheinen sich hinter werblichen und plakativen Animationen und nichtssagenden Symbolphotos zu verstecken. Auf den ersten Blick mögen diese Effekte sowohl den Kunden als auch den Entwickler/Designer zufrieden stellen, der Nutzer und dessen Bedürfnis nach relevanten Informationen wird hierdurch aber außen vor gelassen.

Tim Kadlec verlangt, genau dieses Bedürfnis des Nutzers nach relevanten Inhalten zu beachten. Er spricht von mangelndem Respekt vor dem Websitebesucher. Und er hat recht: Meist werden weder die Zeit noch die Kosten des Besuchers respektiert. So zum Beispiel bis Karusselle, gigantische Videos oder Bilder auf der Startseite geladen werden.

Es wird für uns als Berater in Zukunft immer mehr darum gehen, die Kunden für die Performance ihrer eigenen Site zu sensibilisieren. Wird tatsächlich das große Bild im Hintergrund benötigt? Müssen sich die Ebenen wirklich parallax verhalten beim Scrollen? Für Planer, Konzepter, Designer und Entwickler gilt es das eigene Ego hinten anzustellen und auch mal die ein oder andere Animation zu hinterfragen oder wenigstens zu optimieren und sich ein eigenes „Performance Budget“ zu setzen.

Cutting the mustard

Nahezu 100% aller Besucher haben Javascript aktiviert, deswegen können wir davon ausgehen, dass jeder die Inhalte auf Seite X zu sehen bekommt und die Anwendung auf Seite Y reibungslos funktioniert, richtig?

Dieser Gedanke ist in unserer Industrie recht weit verbreitet. Die Vorstellung eine Webseite für alte Browser bereitzustellen, lässt Projektmanager schwitzen und Entwickler verzweifelt den Kopf schütteln. Die Angst davor alte Technik zu unterstützen ist hoch, besonders wenn das Neue um so vieles einfacher und kostengünstiger umzusetzen ist.

Andy Hume, der an der Umsetzung der mobilen Webseite des Guardian mitgearbeitet hat, gibt gute Einblicke in den Bereich des Progressive Enhancement. Dieser Ansatz ist sehr interessant wenn es darum geht alte Browser bzw. Geräte zu unterstützen und diese nicht „auszusperren“.

Bei der Umsetzung der mobilen Website des Guardian wurde viel Wert darauf gelegt, dass alte Browser eine einfache, aber gut funktionierende Seite zu sehen bekommen. Sind die Browser in der Lage beispielsweise Webschriften gut darzustellen, werden diese nachgeladen. Das Gleiche gilt für weitere technische und layoutspezifische Spielereien wie Caching, dynamische Kommentare usw. Die sogenannte User Experience mag somit für ältere Geräte etwas schwächer ausfallen, aber die Inhalte bleiben alle zugänglich und abrufbar. Das Verlangen des Nutzers nach Inhalten wird so respektiert.

Fazit

Durch Veranstaltungen wie die Smashing Conference wird immer wieder verdeutlicht, dass das Web nicht stillsteht und wir Webschaffende uns nicht bequem zurücklehnen können. Neue Techniken vereinfachen sehr viel, stellen uns aber gleichzeitig vor neue Herausforderungen. Gerade in der heutigen Zeit wird klar, dass eine Website mehr als nur ein 960 Pixel breites und lineares Gebilde sein darf. Websites müssen in allen Belangen responsiv und flexibel sein. Sie müssen sich an unzählige Bildschirmbreiten anpassen, mit schwachen Datennetzwerken umgehen und vor allem betriebssystem- und browserunabhängig sein, denn nur so gewährleisten und unterstreichen wir die Qualität unserer Arbeit.

Wir bei re-lounge beschäftigen uns schon länger mit diesen Themen und sehen vor allem im Bereich des Responsive Webdesign eine tolle Möglichkeit das Web für jeden zugänglich zu machen und unsere Arbeit zukunftsorientiert zu gestalten. In den letzten 12 Monaten haben wir unseren eigenen Prozess zur Erstellung von responsiven Websites erarbeitet und konnten damit schon einige Projekte sehr erfolgreich realisieren. Die Experten auf der Smashing Conference haben uns in unserem RWD-Prozess bestätigt: Sie verfolgen die gleichen Strategien. Wir freuen uns schon darauf Responsive Design und unseren Prozess weiter zu optimieren und natürlich auf die Smashing Conference 2014. Hoffentlich wieder mit hochkarätigen Referenten zu Gast in Freiburg.

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