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Nina Schreiber

Nina Schreiber

ist Projektmanagerin bei re-lounge und kennt sich als Digital Native auf allen Kanälen aus, egal ob soziale Medien, Podcasts, Zeitschriften, YouTube, Netflix oder Spotify. Um da nicht den Überblick zu verlieren, hat Nina eine Vorliebe für Listenführung entwickelt und sammelt alles von To Dos über die nächsten Reisezielen bis hin zu der Milch, die sie noch kaufen muss. Ab und zu hat sie dann aber auch mal die Nase voll von Medien und erkundet ihre neue Heimat Freiburg, für die Nina das schöne Niederbayern verlassen hat, oder zaubert leckeres Essen in ihrer kleinen Küche.

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Nina Schreiber
Von Nina Schreiber 30. Oktober 2018
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Erschreckend, grausam und absolut herzlos: User Experience direkt aus der Hölle.

Wir befinden uns im Jahre 2018 n. Chr. Die Digitalisierung schreitet in großen Schritten voran und immer mehr Inhalte sind strukturiert und übersichtlich im Netz zu finden. Alle Inhalte? Nein! Eine bestialische Gattung an Menschen hört nicht auf, die User Experience zum wahrgewordenen Alptraum zu machen!

Dabei sollte es doch ein Leichtes sein, Oberflächen im Netz für jeden zugänglich gestalten – oder?

Die Realität sieht anders aus, denn obwohl beispielsweise ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland internetfähige Geräte besitzen, unterscheidet sich die Handhabung selbiger deutlich. Während die Generation Z (ab ca. 1990) in der digitalen Welt aufgewachsen ist, sogenannte „Digital Natives“, konnten vorhergehende Generationen erst im Erwachsenenalter Erfahrungen mit dem der digitalen Welt sammeln und sind dadurch sogenannte „Digital Immigrants“. Beiden Generationen eine angenehme User Experience zu bieten, ohne dabei die einen zu über- und die anderen zu unterfordern ist eine wahre Herausforderung.

Was ist eigentlich diese User Experience, von der ich rede?

Die User Experience – kurz UX – beschreibt das Gesamterlebnis des Anwenders eines digitalen Produkts. Dabei kann es sich um eine Webseite, eine App oder allgemeiner auch um die Endgeräte selbst handeln. Nicht zu verwechseln mit dem User Interface – kurz UI – das sich mit der Gestaltung der Oberfläche beschäftigt.

Das klingt ja erst einmal sehr ähnlich. Ist es aber nicht ganz, denn während sich UI mit der Gestaltung von Navigation, Icons, Formularen und Sidebars beschäftigt, bezieht sich UX auf das gesamte Anwendererlebnis. Sie beschreibt damit die Gesamtheit von UI, Technologien im Hintergrund und Benutzerfreundlichkeit. Je besser diese im Einzelnen umgesetzt wurden, desto höher ist das gesamte Anwendererlebnis, die UX. Beide Begriffe sind also sehr eng miteinander verstrickt, beschreiben aber nicht das gleiche, denn während UI oft Teil der UX ist, kann eine UX auch ohne ein UI existieren.

Wir könnten jetzt erklären, wie man es richtig macht…

…aber um die ganze Thematik nun etwas spannender und vor allem auch lustiger zu gestalten, haben wir ein paar besonders hell leuchtende Sterne vom strahlenden Himmel der schlechten UX gesammelt. Denn die Liste der schlechten Beispiele ist endlos. Und grausam.

Bad UX #1: Keine klaren Hierarchien

Screenshot von arngren.netScreenshot von arngren.net

Ein Klassiker ist und bleiben unübersichtliche Webseiten ohne erkennbare Strukturen oder klaren Hierarchien. Natürlich möchte man hervorstechen, und gutes Design liegt ja bekanntlich immer noch im Auge des Betrachters. Bei arngren.net trifft die Aussage aber wirklich nicht zu. Die Website ähnelt stark dem Anzeigeblättchen diverser Elektronikhändler. Nur traurig, dass man interessante Anzeigen nicht mit Textmarker einkringeln kann, sondern sich bei dem Anblick lieber weinend unter die Dusche setzen möchte.

Bad UX #2: Zu wenig Kontrast und dünne Schrift

Screenshot von dicct.ccScreenshot von dict.cc

Dass Minimalismus ein Trend ist, lebt ein großes schwedisches Möbelhaus mit seinen diversen simplen Designs schon lange vor. Wann und warum dieser Trend jedoch im Netz aufgekommen ist, kann und muss man nicht verstehen. Dunkelgraue dünne Schrift auf hellgrauem Hintergrund ist mittlerweile keine Seltenheit mehr, und immer öfter komme ich nicht umhin mich zu fragen, wer das bitte lesen soll? Nichts gegen Minimalismus im Allgemeinen, aber die Zielsetzung der meisten Webseiten ist doch unter anderem Informationsvermittlung – wie soll denn so Information vermittelt werden?

Darüber hinaus müssen alle Umstände des Nutzers bedacht werden, wie z. B. das Lesen auf kleinen Bildschirmen, eine nur geringe oder sogar schlechte Beleuchtung, ein Bildschirm mit schlechter Qualität oder auch Nutzer mit schlechtem Sehvermögen. Ein geringer Kontrast oder die falsche Schriftart können die User Experience in diesen Fällen zu einem Gruselkabinett machen.

Bad UX #3: Manipuliertes Scrollen

Mein ganz persönliches Highlight an schlechter UX habe ich für den Schluss aufbewahrt: Scroll Hijacking. Das meiner Meinung nach wirklich schlimmste, das man einem User antun kann. Das Scrollverhalten auf der Seite wird manipuliert, sodass der User keine Kontrolle mehr über die Seite hat und damit auch keinen Überblick mehr, wann was passieren wird. Das kann zu Verwirrung führen, im Worst Case verlässt der Nutzer sogar frustriert die Seite. Ein wunderbares Beispiel hierfür ist die Animation „100 Years of Rock“ von concerthotels.com oder auch die Vorstellung des Mac Pro von Apple. Kontrolle? Fehlanzeige!

Fazit

Die gezeigten Beispiele sind nur wenige von vielen Fehlern, die man beim Erstellen von Anwendungen machen kann. User Experience ist ein sensibles und verantwortungsvolles Aufgabengebiet, und oft reicht es auch nicht, die Seite einfach nur schön aussehen zu lassen. Sie muss eine in sich geschlossene, klare Struktur aufweisen, in welcher sich der User nicht verlaufen kann. Dabei gibt es auch nicht nur schwarz und weiß, sondern einen großen Graubereich. Wer jedoch einfache, aber doch relevante Punkte, wie Lesbarkeit und Klarheit, ignoriert, der findet sich schneller in der schwarzen Seite wieder, als ihm recht ist.

Noch nicht genug gegruselt?

Das Thema schlechtes UX scheint viele Menschen zu bewegen. Einige davon haben bei Reddit die schlimmsten Lautstärkeregler gesammelt. Seht selbst: The worst volume control UI in the world.

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