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Ina Lindauer

Ina Lindauer

ist Frontend-Entwicklerin und in diesem Rahmen vor allem für die technische Umsetzung der Webseiten-Designs zuständig. Bevor es sie zum Frontend verschlug, arbeitete sie in vielen anderen Bereichen an der Erstellung gelungener Internetauftritte und hat so schon von SEO bis Backend-Programmierung überall mitgemischt. Wenn sie mal nicht in die Tasten haut, ist sie entweder beim Geschichten schreiben oder mit einem Buch gemütlich auf der Couch sitzend zu finden.

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Von Ina Lindauer 21. November 2018
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Interne Verlinkung ist ein mächtiges Werkzeug, welches gezielt eingesetzt werden sollte, um größtmöglichen Nutzen zu erzielen.

Was ist interne Verlinkung?

Im Gegensatz zu externen Links, also Links von anderen Seiten auf unsere Seite, sind interne Links solche, die von unserer Seite auf unsere Seite führen. Das sind zum Beispiel Links von der Startseite auf die Unterseiten.

Wofür ist sie wichtig?

Hinsichtlich SEO interessiert vor allem der Punkt, dass Google und andere Suchmaschinen die internen Verlinkungen analysieren und die Wichtigkeit und das Thema einer Seite auch anhand der Links, die zu ihr führen, bewerten. Doch auch für den Webseitenbesucher ist eine gut durchdachte interne Verlinkung extrem wichtig, damit er die Inhalte findet, die er sucht, und auf die Seiten kommt, die wir ihm gerne zeigen möchten.
Auf jeden Fall vermieden werden sollten verwaiste Seiten, die von nirgendwo verlinkt werden, da sie nicht erreicht werden können.
Interne Links kann man sich gewissermaßen wie Wegweiser vorstellen, sie zeigen den Weg zu einer Seite, sie führen den Besucher über die Webseite.

Was muss man beachten?

Als vereinfachte Faustregel kann gelten, dass wichtige Seiten an möglichst vielen, passenden Stellen mit auf den Inhalt zugeschnittenen Linktexten verlinkt werden sollten. In diesem Kontext immer wieder verwendete Begriffe sind der PageRank oder Link Juice. Aber was genau bedeuten diese?

„Mit Link Juice (deutsch: Verknüpfungsstärke) […] wird die Verteilung von Backlinks innerhalb einer Webseite und die Stärke oder Reputation dieser Links (Pagerank) beschrieben. Sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Links bestimmen, wie sich der Link Juice zusammensetzt und welche Wirkung er auf die Unterseiten hat.“

Da die Startseite in der Regel die meist besuchte Seite und der erste Anlaufpunkt für Besucher ist, sollten die wichtigsten Seiten dort direkt verlinkt werden, zum Beispiel die Top-Produkte oder die neuesten Produkte. Das gleiche gilt für andere Seiten, die als Einstiegsseite fungieren und von extern viel verlinkt sind, also viel „Saft“ haben. Durch interne Verlinkungen von diesen starken Einstiegsseiten wird dieser „Saft“ auf die anderen Seiten aufgeteilt. Je weniger Abzweigungen (Links) es auf dem Weg von einer Einstiegsseite zu einer Unterseite gibt, umso mehr „Saft“ kommt bei ihr an, umso höher ist auch ihr Stellenwert.

Entscheidend ist für die Suchmaschinen die Klicktiefe des ersten Links, mit der eine Seite erreicht werden kann. Egal, ob für Suchmaschinen oder für den menschlichen Besucher – jeder zusätzliche Klick, der nötig ist, um die Seite zu erreichen, stellt ein Hindernis dar, und nicht jeder Besucher ist gewillt Parcours zu laufen, um eine Seite zu erreichen. Je länger der Weg, umso mehr Leute werden auf der Strecke bleiben. Suchmaschinen beschränken sich ebenfalls aus vielerlei Gründen darauf, Seiten nur bis zu einer bestimmten Klicktiefe zu crawlen. Je tiefer eine Seite also vergraben ist, umso eher läuft man Gefahr, dass sie niemals von einer Suchmaschine gecrawlt und deshalb auch nicht indexiert wird.

Doch was ist eine optimale Klicktiefe?
Eine häufige Empfehlung ist eine maximale Klicktiefe von 7. Was ist jedoch mit Seiten, die eine Paginierung verwenden? Pager werden häufig für Blogseiten verwendet. Auf einer Übersichtsseite finden sich die Teaser zehn verlinkter Unterseiten. Um auf die weiteren Unterseiten zu kommen muss man zunächst über den Pager auf weiter klicken. Das ist geradezu tödlich für die Erreichbarkeit und damit Crawlbarkeit einer Seite, wenn dies der einzige Weg ist, über den sie erreichbar ist.

Was sind höherwertige Links?

Links bekommen je nachdem, in welchem Kontext sie verwendet werden, eine unterschiedliche Gewichtung. Google hat dafür das „Reasonable Surfer Modell“ definiert und patentiert. https://patents.google.com/patent/US7716225
Darin wird beschrieben, dass Nutzer eher auf prominent platzierte Links klicken, diese also mehr wert besitzen. Eine kurze Zusammentragung der wichtigsten Stellen:
Geringer gewichtete Links sind:

Höher gewichtete Links sind:

Man sollte also ein Auge darauf haben, dass wichtige Seiten auch an guten Stellen verlinkt werden, damit sie auch als „wichtig“ erkannt werden.

Was sollte im Link stehen?

Abgesehen davon, wo Links stehen, ist es sehr wichtig, was in diesen Links steht, also der sogenannte Linktext. Dieser stellt einen sehr wichtigen Rankingfaktor dar und bietet für Nutzer und Suchmaschine gleichermaßen den besten Hinweis, was auf der verlinkten Seite zu finden ist. Um das Potential des Linktextes voll zu nutzen, sollte dieser mit passenden Keywords versehen werden und möglichst aussagekräftigen Text enthalten. Für interne Links ist es außerdem empfehlenswert, immer mit dem gleichen Text auf die gleiche Seite zu verweisen, um dem Nutzer die Navigation zu erleichtern.
Der Linktext sollte entsprechend lieber mehr als weniger Text enthalten und so zum Beispiel lieber „Lesen Sie unseren Blog“ als „Blog“ verlinken, dies vereinfacht Suchmaschinen die Bewertung und macht die Seite übersichtlicher für den Leser. Auf keinen Fall sollten generische Begriffe wie „hier“ oder „weiter“ als Linktext verwendet werden, da diese das Potential verschwenden.

Welche Tools bieten Unterstützung bei der Optimierung?

Die erste Anlaufstelle sollte die Google Search Console sein. Diese bietet eine Übersicht für die Häufigkeit, mit der eine einzelne Seite intern verlinkt ist. Möchte man alles auf einem Blick haben, kann man in die alte Ansicht wechseln (1). In der neuen Ansicht klickt man auf die einzelne Seite (2) und findet dort die Anzahl der internen Links auf diese (3).

Ansicht alte Google Searchconsole  (1)

 

Neue Searchconsole: Seitenauswahl  (2)

 

Neue Searchconsole: Linkübersicht für einzelne Seite  (3)

 

Screaming Frog bietet unter anderem Möglichkeiten zur Überprüfung für kaputte Links, eingehende und ausgehende Links auf eine Seite und Linktiefe. Hier gibt es eine kleine Übersicht über die Features von Screaming Frog. https://www.screamingfrog.co.uk/seo-spider/user-guide/tabs/

Ryte ist ein umfangreiches Tool, das hinsichtlich der internen Verlinkung etliche Hilfestellungen bietet. Zum Beispiel kann man prüfen, ob alle Links korrekt gesetzt sind, oder wo Links auf nicht erreichbare Ziele zeigen. Man kann sich eine Übersicht über die verwendeten Linktexte schaffen und zum Beispiel prüfen, ob und wo es nicht aussagekräftige Texte gibt, z.B. „hier“ oder „weiterlesen“. Möglich ist auch die Überprüfung der Klicktiefe je Seite und ob es Seiten ohne eingehende Links, also verwaiste Seiten, gibt. https://de.ryte.com/

Fazit

Als nicht zu unterschätzender Rankingfaktor sollte der Link bei dem Aufbau der Seite von vornherein gut eingeplant werden, damit die Struktur eine sinnvolle interne Verlinkung ermöglicht. Außerdem sollte bei der redaktionellen Pflege jeder einzelnen Seite das Potential interner Links voll ausgeschöpft werden und ein Auge darauf gerichtet sein, dass wichtige Seiten auch an prägnanten Stellen möglichst früh in der Webseitenhierarchie verlinkt werden.

Kommentare
1
  • Patrick

    06.02.2019, 17:39 Uhr

    Dieser Beitrag beschreibt sehr ausführlich und genau worum es bei der internen Verlinkung geht.

    Interessante Schlüsselbegriffe die mir in diesem Beitrag jedoch fehlen sind: Pillar- und Cluster-Sites.

    PS: Ich vermisse die interne Verlinkung zum Beitrag „Die externe Verlinkung optimieren“ 😛 (joke).

    Liebe Grüße

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